| | | | Liebe , | | In diesen letzten, vom Krieg geprägten Monaten haben wir uns in einer Realität gefangen gefühlt, die nicht weiter von dem entfernt sein könnte, wofür wir stehen. Gezwungen, mit dem ständigen Heulen der Sirenen und allgegenwärtiger Gefahr zu leben, sind wir selbst in diesen schwierigen Zeiten noch sicherer – und stolzer – auf den Weg, den wir eingeschlagen haben: für den Frieden zu arbeiten, zu verhandeln statt zu kämpfen, eine politische Kultur aufzubauen, in der Frauen gleichberechtigt vertreten sind. | | In Rom... | | | | Obwohl es zwingende Gründe gab, unsere seit langem geplante internationale Veranstaltung in Rom inmitten eines Krieges von unbestimmter Dauer abzusagen, haben Women Wage Peace und unsere palästinensische Schwesterbewegung Women of the Sun einstimmig beschlossen, den „Barfußmarsch“ am 24. März durchzuführen. Der Mut und die Kreativität dieser Frauen, die trotz der physischen Gefahren, die das Reisen in ihrer Heimat mit sich brachte, und trotz strenger Reisebeschränkungen sich auf den Weg nach Italien machten, werden uns immer inspirieren, sollten wir in Zukunft erneut mit schwierigen Zeiten konfrontiert werden. | | | | Bilder können nicht wirklich wiedergeben, was sich in Rom abgespielt hat. Zunächst musste eine Gruppe von zehn leitenden WWP Aktivistinnen beschwerliche Wege auf teilweise unzuverlässigen und gefährlichen Straßen zurücklegen, unter Gefahr von Raketenangriffen, um ein Flugzeug nach Rom zu erreichen. Flüge wurden gestrichen, verspätet oder umgeleitet, doch alle schafften es wohlbehalten nach Rom und wieder zurück. Hand in Hand und Seite an Seite begleiteten sie Aktivistinnen von Women of the Sun, die ebenfalls eine beschwerliche Reise hinter sich hatten. In Rom starteten unsere gemeinsamen Vertreterinnen die nächste Phase von „The Mothers’ Call“ zusammen mit 1000 Einheimischen sowie weiteren UnterstützerInnen aus Europa, den Amerikas und Marokko, die mit ihnen marschierten. Als die Frauen aus Palästina und Israel gemeinsam auf der Piazza del Popolo, dem großen zeremoniellen Eingang zur Ewigen Stadt, ihre Schuhe auszogen, war dies für alle ein ergreifender, verbindender Moment. Vor und nach dem Lauf nahmen Vertreterinnen von WWP und WOS an mehreren Veranstaltungen im Rahmen des „Barefoot Walk“ teil, begrüßten die Läufer beim Rom-Marathon, sprachen vor dem italienischen Senat und überreichten dem Papst den Aufruf der Mütter. Unsere Delegationen führten zudem Gespräche mit zahlreichen Medienvertretern auf Englisch, Italienisch, Deutsch und weiteren Sprachen. Besonders beeindruckt hat uns die positive Berichterstattung von Aljazeera English, einem katarischen Nachrichtensender, der derzeit in Israel wegen voreingenommener Berichterstattung gesperrt ist. | | | | Die WWP Co-Direktorin Dr. Yael Braudo-Bahat kehrte mit der Erkenntnis nach Hause zurück, dass eine starke internationale Unterstützung entscheidend für den Erfolg von WWP und WOS in unserem gemeinsamen Kampf für den Frieden ist. Während Yaels Gespräch in Rom mit der bekannten irischen Friedensaktivistin Monica McWilliams, einer der Verhandlungsführerinnen des Karfreitagsabkommens von 1998 in Nordirland, erklärte McWilliams, dass die Konfliktparteien in diesem blutigen Konflikt ohne internationale Unterstützung für ihre Frauenbewegung keine erfolgreiche Verhandlungslösung hätten erzielen können. Das nordirische Abkommen hat 28 Jahren Bestand. | | | Weltweite Solidaritätsmärsche mit Rom | | International gab es breite Unterstützung und Solidarität mit dem Marsch in Rom. Diese herzliche Geste der Verbundenheit bedeutet uns allen sehr viel. Hier einige Beispiele: eine Barfuß-Veranstaltung in Jerusalem unter der Bedrohung von Luftangriffen aus dem Iran, ein Barfußmarsch im Schnee in Winnipeg, die Unterstützung einer älteren Rollstuhlfahrerin bei einer Veranstaltung in Texas, eine Versammlung von 1.000 Frauen in Australien und ein beeindruckender Marsch in Münster, Deutschland. Die meisten dieser Märsche wurden von WWP internationalen Unterstützungsgruppen organisiert, denen wir mit Ehrfurcht und Dankbarkeit begegnen. Was wir in dieser Märzwoche auf internationaler Ebene erreicht haben, hätte nur durch Frauen erreicht werden können, die den aufrichtigen Ruf nach Frieden von Millionen von Müttern auf der ganzen Welt in sich trugen. Wir möchten einige dieser Momente in den beiden folgenden Videos mit Ihnen teilen. | | | | | | | Gegen den Strom demonstrieren | | | Selbst unter den strengen Auflagen des israelischen Heimatfrontkommandos kehrten die Aktivistinnen von WWP auf die Straße zurück, um ein Ende dieser jüngsten Kampfhandlungen mit dem Iran zu fordern und Bürger wie Politiker gleichermaßen daran zu erinnern, dass wahre Sicherheit nur durch ausgehandelte Abkommen erreicht werden kann – insbesondere dann, wenn diese am wenigsten populär sind. Unsere mutigen WWP-Frauen haben zudem unter einem bedrohlichen Feuerwerk am Himmel gegen die Siedlergewalt im Westjordanland demonstriert, die immer brutaler und organisierter wird. Darüber hinaus hat die Knesset ein neues Gesetz verabschiedet, das dem Grundsatz der Gleichbehandlung vor dem Gesetz widerspricht und die Todesstrafe für Palästinenser aus dem Westjordanland vorsieht, die wegen Terrorismus verurteilt wurden. WWP kritisiert dieses Gesetz scharf. Sehen Sie sich unsere offizielle Stellungnahme von Dr. Yael Admi an. | | | | | | Der Friedensgipfel steht vor der Tür! | | Der fragile Waffenstillstand hält weiterhin, und die „It’s Time“-Koalition, in der die WWP ein wichtiges Mitglied ist, hat beschlossen, ihre dritte Jahreskonferenz (Friedensgipfel) wie geplant durchzuführen. Jede der beiden vergangenen Großveranstaltungen hat mehr als 5.000 Menschen zusammengebracht, die an eine andere Zukunft für die Menschen in dieser Region glauben. Die Hauptveranstaltung findet am 30. April um 19:00 Uhr (7 Uhr abends) israelischer Zeit statt (18.00 in Mitteleuropa) und basiert auf drei Prinzipien: Es muss sein, es wird sein, es kann sein – Frieden. Vor der Hauptveranstaltung finden von 12:00 bis 18:00 Uhr (MEZ) kleinere Podiumsdiskussionen zu den Themen Bildung, psychische Gesundheit und Politik statt. Die Co-Leiterin der WWP Abteilung für Außenbeziehungen, Angela Scharf, arbeitet zudem gemeinsam mit Partnern der Koalition an der Organisation eines Empfangs für Diplomaten. Seien Sie Teil dieser Veranstaltung, indem Sie den Live-Stream (mit englischen Untertiteln) verfolgen oder eine lokale Public Viewing-Veranstaltung organisieren. | | | | | Aktivitäten von Unterstützungsgruppen im Ausland | | Am 26. April veranstalteten „Women Wage Peace Winnipeg“ und das Kanadische Museum für Menschenrechte eine Konferenz mit dem Titel „Frauen für einen gerechten Frieden in Palästina, Israel und zu Hause“, bei der Einwohner*innen von Winnipeg mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenkommen, um mehr über die Bemühungen von Frauen um Frieden und Gerechtigkeit in Israel, Palästina und in Winnipeg zu erfahren. Aus der deutschen Gruppe: 3 Mitglieder haben am Barfußlauf in Rom teilgenommen; die Unterstützungsgruppe hat eine Stellungnahme zum Todesurteil-Gesetz des Knesset verfasst, die auch von der Agentur Pressenza international verbreitet wurde; Marilyn, ein Mitglied der Gruppe, hat eine Crowdfunding-Spendenaktion für ALLMEP ins Leben gerufen. | | | | | | | |